Kranichbiologie

Steckbrief

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Die Rast

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Die Brutheimat des Graukranichs

Die einzige in Nord- und Mitteleuropa heimische Kranichart ist der Graukranich. Sein geschlossenes Brutgebiet reicht von der Weser in Deutschland über Skandinavien, das Baltikum, Polen, die Ukraine, Weißrussland und Russland bis nach Asien. Einige isolierte Populationen befinden sich in England, den Niederlanden und Frankreich.

In Europa brüten insgesamt über 75.000 Kranichpaare. Die meisten von ihnen leben in Skandinavien: ca. 20.000 Brutpaare in Schweden, 15.000 bis 20.000 in Finnland und 3.000 in Norwegen, weitere 12.000 Brutpaare in Polen sowie ca. 10.000 im Baltikum. Deutschland ist Brutheimat von ca. 5.900 Paaren, von denen etwa 2.800 in Mecklenburg-Vorpommern brüten. Brandenburg beherbergt etwa 1.900 Paare. Kleinere Brutvorkommen gibt es in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

 
   

 
Vielfalt der Brutplätze und Neststandorte

Kraniche sind als Bodenbrüter besonderen Gefahren ausgesetzt. Sie müssen sich, ihr Gelege und die Jungen vor Feinden wie Füchsen und Wildschweinen, aber auch vor Menschen schützen. Deshalb bauen sie ihre Nester in etwa knietiefem Wasser. Je nach Untergrund und Wasserstand türmen sie ihre Nester aus Pflanzenmaterial bis zu einem Meter Durchmesser auf. Gelegentlich werden kleine Inseln oder die Wurzelbereiche von Erlen zur Brut gewählt.

Kraniche brüten besonders gern in Sumpfwäldern sowie in verlandenden Seen und Teichen. Der häufigste Brutplatztyp in Deutschland ist das Erlenbruch (nasser bis sumpfiger Erlenwald, oft in Buchenwäldern gelegen). Als Brutplätze werden auch kleine mit Wasser gefüllte Sölle in der Feldflur genutzt.

 
   

 
Brut und Aufzucht der Jungen

frischgeschlüpftes KranichkükenMitteleuropäische Kraniche beginnen Mitte März oder Anfang April mit der Eiablage. Im Abstand von ein bis drei Tagen legt das Weibchen in der Regel zwei Eier. Beide Partner brüten durchschnittlich 30 bis 31 Tage. Die Jungen schlüpfen meist im eintägigen Abstand. Sie sind Nestflüchter und folgen den Altvögeln bereits im Alter von 24 bis 30 Stunden zur Nahrungssuche. Die Eltern reichen den Küken in ihren ersten Lebenswochen mit dem Schnabel Insekten, Larven, Würmer und Schnecken, bis diese selbständig nach Futter suchen.

Die Jungen wachsen schnell heran und sind nach etwa zehn Wochen flugfähig. Ab Ende Juli können sie den Eltern zu entfernteren Nahrungs- und Sammelplätzen folgen. Auf abgeernteten Getreidefeldern suchen sie dann nach Ernterückständen.

 
   

 
Schutzmaßnahmen für brütende Kraniche

Ein ausreichender Wasserstand und Ruhe an den Kranichbrutplätzen bieten den besten Schutz für die Brut und die Jungenaufzucht. Bei Niedrigwasser können Wildschweine und Füchse ungehindert die Nester erreichen und die Eier rauben. In einigen Fällen wurden schlafende Kraniche sogar während des Brütens vom Fuchs gerissen. Feuchtgebiete sind für den Kranich lebensnotwendig. Ist der Wasserstand zu niedrig, kann der Mensch durch Staue oder andere Regulierungsmaßnahmen bessere Bedingungen schaffen.

Da Kraniche während der Brutzeit sehr empfindlich sind und leicht ihr Nest aufgeben, können große Gefahren von menschlichen Störungen (Forst, Landwirtschaft, Jagd, Tourismus) ausgehen. Diese werden zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg durch gesetzliche Regelungen für Nestschutzzonen verringert. Auch die engagierte Arbeit der vielen Brutplatzbetreuer von Kranichschutz Deutschland und die Programme zum Schutz von Feuchtgebieten durch NABU und WWF ermöglichen vor Ort die Durchsetzung verschiedener Schutzmaßnahmen.

Voraussetzung für einen effektiven Schutz ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Grundeigentümer, Forstleute, Landwirte, und Jäger sowie der Mitarbeiter des behördlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes.

 
   
   
Kranichschutz Deutschland
 

 

 Projektträger:

NABU


WWF

 Unterstützt durch:

Lufthansa Umweltförderung

   
 
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Dokument zuletzt bearbeitet am 09.07.2008

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