Kranichbiologie

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Der Kranich - kurz vorgestellt

Der Graukranich, auch Grauer oder Eurasischer Kranich genannt, (wissenschaftlicher Name Grus grus) erreicht aufrechtstehend eine Größe von ca. 1,20 Meter. Damit ist er deutlich größer als Graureiher und Weißstorch, mit denen er verwechselt werden könnte. Mit einer Flügelspanne von 2,20 Meter kann er sich darin mit manchem Adler messen. Im Flug ist der Kranich an seinem langen, gerade vorgestreckten Hals zu erkennen. Die Beine sind so lang, dass sie den Schwanz beim Fliegen weit überragen.

Vom grauen Gefieder heben sich deutlich die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die rote federlose Kopfplatte ab. Letztere schwillt bei Erregung leuchtend rot an. Der schönste Schmuck des Kranichs ist seine „Schleppe“. Diese über den kurzen Schwanz herabhängenden Federn sind die verlängerten Armschwingen der Flügel, die im Erregungszustand und während der Balz buschig aufgestellt werden. Der Vogel erscheint dann noch größer und majestätischer.

Männchen (Hahn) und Weibchen (Henne) sind am Gefieder nicht zu unterscheiden. Nur wenn sie nebeneinander stehen, zeigt sich, dass der männliche Vogel meist etwas größer und kräftiger ist und seine Schmuckfedern prächtiger ausfallen. Männchen wiegen bis 7 Kilogramm, Weibchen bis 6 Kilogramm. Jungvögel tragen anfangs ein zimtbraunes Dunengefieder. Ihr fertiges Jugendkleid ist - bis auf den sandfarbenen Kopf - braun gefärbt.

In der Gefangenschaft sind Graukraniche bis zu 40 Jahre alt geworden. In der freien Wildbahn ist die Lebenserwartung weit geringer.

 
   

 
Kraniche der Welt

Die Familie der Kraniche ist mit 15 Arten auf der Erde weit verbreitet. Nur in Südamerika und in der Antarktis gibt es sie nicht. Kraniche waren lange vor dem Menschen auf der Erde. Fossile Funde der Vorfahren heutiger Kronenkraniche Balearicinae stammen aus dem Erdzeitalter des Tertiär. Sie sind etwa 37 bis 54 Millionen Jahre alt. Die ältesten Vorfahren unserer Kraniche, der Unterfamilie Gruinae, lebten im Miozän vor ungefähr 5 bis 24 Millionen Jahren.

Kraniche erreichen fast die Größe und das Alter von Menschen. In der Mythologie, in der Literatur und in der Poesie vieler Völker spielen die großen Vögel eine bedeutende Rolle - als Frühlingsboten und Glücksvögel, Göttervogel und Sinnbild für Treue und ein langes Leben.

Doch in jüngster Zeit spielt Ihnen der Mensch übel mit. Mindestens zehn der 15 Arten sind vor allem wegen der Zerstörung ihrer Lebensräume bedroht.

 
   

 
Schmetternde Trompetenrufe

Der althochdeutsche Name des Vogels „cranuh“ ahmt lautmalerisch seine trompetentonartigen Rufe nach. Das laute „Trompeten“ ist ein unverwechselbares Merkmal des Kranichs. Im offenen Gelände und je nach Witterung sind rufende Altvögel zwei Kilometer und weiter zu hören.

Ihr gewaltiges Stimmvolumen verdanken sie dem besonderen Bau und der enormen Länge ihrer Luftröhre, die das Brustbein als Doppelschlinge durchzieht. Sie kann bis zu 1,30 Meter messen. Jungvögel lassen dagegen nur ein hohes Fiepen hören.

 
   

 
Vielseitiger Speisezettel

Sehr vielseitig sieht die Nahrungspalette der Kraniche aus. Sie reicht von Insekten und deren Larven, Würmern, Schnecken, Fröschen, Reptilien und Kleinsäugern bis zu Mais- und Getreidekörnern, Erbsen, Bohnen, Erdnüssen, Eicheln, Kartoffeln und anderen Pflanzenteilen.

 
   

 
Kraniche leben in „Dauerehe“

Kraniche werden frühestens im dritten Lebensjahr geschlechtsreif. Eine Paarbildung findet wahrscheinlich ein bis zwei Jahre vor der eigentlichen Fortpflanzung in den Junggesellen- bzw. Übersommerertrupps statt. Das Verlobungspaar versucht in der Folgezeit, ein geeignetes Brutrevier zu besetzen. Häufig baut es dann bereits ein Nest.
In der Regel bleibt das Kranichpaar vermutlich bis zum Tod eines Partners zusammen. Doch es gibt auch Ausnahmen zu dieser Dauerehe.

 
   

 
Der Tanz der Kraniche

Balzendes KranichpaarAb Mitte Februar kehren die einheimischen Kraniche aus den Winterquartieren an die Brutplätze zurück. Die Vögel aus den skandinavischen und osteuropäischen Ländern, in denen es dann noch kälter ist, überfliegen auf dem Heimzug später ihre zu diesem Zeitpunkt hierzulande meistens schon brütenden Artgenossen.

Bis zum Brutbeginn im März (Anfang April) halten sich die Paare auf ihren Nahrungsflächen nahe dem Brutrevier auf. Früh am Morgen lassen sich dann oft die phantastischen „Tänze“ der Kraniche beobachten. Sie sind Ausdruck innerer Erregung und auch auf den Rastplätzen während der Frühjahrsrast zu sehen. Die unterschiedlichen Tanzfiguren sind geprägt durch Sprünge, Flügelschlagen, Zickzackläufe und Imkreisrennen. Dabei werden auch Pflanzenteile und Steine in die Luft geworfen.

Die eigentliche Balz findet in der Nähe des Brutplatzes statt und dient der Einstimmung der Partner aufeinander und zur Vorbereitung der Paarung.

 
   
   
Kranichschutz Deutschland

 

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Dokument zuletzt bearbeitet am 14.08.2006

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