Projekt Kranichzug

Projektvorstellung

Schröder und Joschka

Mark-Patrick

Filippo

Lulu

Nordlys

Dr Bärner

Kalle

Ludger

Straußfurty

Dank

 
   

 
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Dr Bärner letzte Aktualisierung: 21.08.2014
letzter Eintrag: 01.06.2011
Name Dr Bärner
Geburtsjahr 2004
Geschlecht Männchen
Kombination BuBkBu-RBkY
Metallringnummer BA 013238
Frequenz 148,615 MHz
Beringungsdatum 01.07.2004
Beringungsort D, MV, NVP, Gresenhorst
Koordinaten 54°09' N, 12°26' E
Beobachtungsorte in Europa
Dr Bärner eilt zu seinen Eltern zurück.
Dr Bärner eilt zurück zu seinen Eltern
(Foto vom Fernseher; NDR-Beitrag).

Erst 60 Tage alt, 4050g schwer und schon ein Fernsehstar. Dr Bärner, in Nordvorpommern nahe Gresenhorst geschlüpft, wurde am 01. 07.2004 als Jungvogel gefangen. An diesem Tag begleitete ein Fernsehteam des NDR die Fänger. Die Fangaktion konnte trotz schlechter Witterung gefilmt werden und lief dann abends über den Bildschirm.

Dr Bärner war mit seinen Eltern auf einer Weide beim Äsen. Die Läufer schlichen sich durch den Wald an den Familienverband heran und versteckten sich am Waldrand. Als die Kraniche nahe genug an den Fängern waren, spurteten diese los. Kurz danach war Dr Bärner auch schon gefangen und wurde mit Ringen (blau-schwarz-blau/rot-schwarz-gelb) und Sender markiert.

Schon am 26.08.04 wurde er als erster Jungvogel aus 2004 am Schlafplatz, auf der Insel Kirr (Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft), beobachtet. Bereits am 03.10.04 konnte Dr Bärner mit seiner Familie auf der ersten Zwischenrast im Huvenhopsmoor (Niedersachsen, Nr. 9 in der Abb.) entdeckt werden. Am 06.11.04 befand er sich am Rehdener Geestmoor (Nr. 4). Ab dem 27.11.04 wurde Dr Bärner am Schlafplatz in Arjuzanx geortet, wo er sich auch noch nach Weihnachten aufhielt (letzter Kontakt in 2004: 27.12.04). Am 06.02.05 gegen 17.15 Uhr wurde Dr Bärner auf einem Getreidefeld bei Garosse (Landes, in der Nähe des Schlafplatzes in Arjuzanx) beobachtet. Am Morgen des 07.02.05 wurden an diesem Schlafplatz 12578 überwinternde Kraniche gezählt.

Den Sommer hat Dr Bärner in Niedersachsen verbracht. Am 12.06.05 wurde er unter 18 Kranichen auf einer Wiese bei Rhade und am 24.07. morgens sowie am 27.08.05 am Huvenhoopsmoor (beides LKr. ROW) entdeckt.

Wann er abgezogen ist, wurde nicht ermittelt. Am 18., 21. und 22.11.05 rastete er am Lac du Der Chantecoq in NO-Frankreich.

Danach haben wir keine weiteren Informationen von Dr Bärner erhalten, bis zu dem Zeitpunkt als er für mehrere Tage an der Laguna de Gallocanta im Nordosten Spaniens rastete. Die letzte Ortung gelang am 24.02.06. Danach ist er vermutlich weitergezogen.

Junggesellenleben in der Heimat: Am 05.05.06 wurde Dr Bärner in einem Trupp von 100 Nichtbrütern zwischen Kavelsdorf und Tribsees am Rauhen Moor (Nordvorpommern) auf einer Feuchtwiese beobachtet.

Als erster besenderter Kranich im Herbst 2006, wurde Dr Bärner in einem Trupp von 100 Übersommerern auf der Insel Kirr gehört. Um 20:30 Uhr flog diese Gruppe am 06.08.2006 zu Schlafplatz. Erwartet wurden sie dort von einer Kranichfamilie, d.h. 2 Altvögel mit einem flüggen Jungen. Auch 2 Seeadler waren als Empfangskomitee anwesend, hatten aber keine Lust sich mit Dr Bärner und seinen Artgenossen anzulegen. Sie holten sich lieber einen toten Fisch, an der Wasseroberfläche treibend, als Abendmahlzeit.

Dr Bärner blieb bis mindestens 31.10. an den Sammelplätzen Nordvorpommerns, wo er im Herbst 2006 insgesamt 17 Mal nachgewiesen wurde. Sein Weiterflug wurde ebenfalls genau festgestellt, denn er gehört zu den Kranichen, die am 2.11.06 bei Gartow an der Elbe in südwestliche Richtung ziehend beobachtet werden konnten.

Am 9.11.06 rastete er in der Diepholzer Moorniederung und konnte dann am 30.11. wieder am Lac du Der Chantecoq nachgewiesen werden. Wie auch im Winter 04/05 liegen auch vom Winter 06/07 nur Beobachtungen von Dr Bärner aus der Region des Kranichrastplatzes von Arjuzanx im südwestlichen Frankreich vor (30.12.06 - 17.02.07). Scheinbar ist auch er in diesem milden Winter nicht bis nach Spanien gezogen, denn am 28.02. wurde er bereits wieder bei Tronsanges (westliche Bourgogne) in der Mitte Frankreichs geortet.

Vom 30.03. bis 01.04.07 wurde Dr Bärner mehrfach bei Dettmannsdorf in Nordvorpommern geortet. So ist es nicht ungewöhnlich, dass er später regelmäßig während der Herbstrast vom 31.08. bis zu 12.10.07 aus dem Raum zwischen Ribnitz-Damgarten und Barth gemeldet wurde. Und im Frühjahr 2008 war Dr Bärner wieder südlich von Dettmannsdorf. Sucht er nach einem geeigneten und unbesetzten Brutrevier?

Kranich Dr Bärner mit anderen Kranichen auf einem Feld bei Saal
Dr. Bärner mit vermutlich weiteren Junggesellen
am 09.09.07 bei Saal, Nordvorpommern. (Foto: M. Modrow)

Nachdem am 11.06.08 das Sendersignal von Dr Bärner erneut bei Dettmannsdorf in Nordvorpommern geortet wurde, machte sich am 12.06. das Beringer-Team des Kranich-Informationszentrums auf den Weg in die Gegend. Dank präziser Ortsbeschreibung gelang es schnell, das Signal zu erfassen und zu peilen. Plötzlich, nur 100 Meter neben einem Feldweg, blickte ein Kranich auf, als sich unser Fahrzeug näherte. Doch dies war nicht Dr Bärner. Nur weniger Meter hinter dem ersten Vogel tauchte ein zweiter Kranich aus der Deckung der hohen Wiese auf: Dr Bärner. Und er war nicht allein. Dicht an seiner Seite lief ein etwa 2 Wochen altes, rehbraunes Kranichküken. Der „stolze“ Vater und sein Nachwuchs schlichen unauffällig hinter das nächste Feldgehölz, gefolgt von Dr Bärners Weibchen, welches unser Auto keinen Moment unbeobachtet lies.

Was für eine Kranichjahr: Nach Joschka ist nun auch Dr Bärner zum ersten Mal Vater geworden.

Am Abend des 3. Juli wurde Dr Bärner mit seiner Familie am Rande eines Birkenbruches angetroffen. M. Modrow konnte sich dem Jungvogel unbemerkt nähern. Nur ein kurzer Spurt reichte, um den Nachwuchs zu ergreifen. Anschließend wurde dieser gewogen, beringt und umgehend wieder freigelassen. Nun trägt er die Farbringkombination Blau-Blau-Weiß (links) und Blau-Schwarz-Weiß (rechts).

Weiterhin großes Familienglück bei Dr Bärner: Der Nachwuchs hat es geschafft, er kann fliegen! Am 23.08.08 gelang der Nachweis und ein schönes Belegfoto der Familie bei Neuendorf, Nordvorpommern. Gegen 12:00 Uhr konnte beobachtet werden, wie Dr Bärner seinen Jungvogel über ein frisch geerntetes Getreidefeld führt und gemeinsam mit ihm Ernterückstände aufsammelt. Damit ist die Famile am herbstlichen Sammelplatz an der Vorpommerschen Boddenküste eingetroffen und wird vermutlich zur Zeit auf der Insel Kirr übernachten.

Kranich Dr Bärner mit Nachwuchs auf einem Feld bei Neuendorf
Dr Bärner: Senior und Junior auf einem Getreidestoppelfeld
bei Neuendorf am 23.08.2008. (Foto: M. Modrow)

Wussten Sie eigentlich schon, dass Dr Bärner kein Akademiker ist, sondern von seinen Paten aus der Schweiz, liebevoll übersetzt „Der Berner“ getauft wurde. Bis zum 06.10.08 haben wir ihn an der Vorpommerschen Boddenküste beobachten können. Von Ende Oktober bis Mitte November legte er eine Pause in der Diepholzer Moorniederung ein. Auch Dr Bärner entpuppt sich als Kurzstreckler und blieb den ganzen Winter in Nordfrankreich am Lac du Der Chanteqoc. Noch am 24.02.09 haben ihn Kranichfreunde bei Sainte-Marie-du-Lac-Nuisem abgelesen. Ab dem 14.03.09 nahmen ihn die erfahrenen Kranichgucker des Nordens wieder an der Ostseeküste ins Visier. Bis zum 06.04.09 war er hier regelmäßig zu sehen.

Bis zum 29.07.09 gelangen mehrere Nachweise in der Nähe von Stubbendorf und ab dem 07.08. in der Nähe von Barth (NVP, MV). Zuletzt stellte er sich am 21.08. im Raum Neuendorf regelmäßig den wachsamen Augen der Ringableser. Dr Bärner hat leider in diesem Jahr keinen Nachwuchs im Schlepptau.

Im September und Oktober gelangen viele Nachweise im Sammel- und Rastraum zwischen Zingst, Barth und Ribnitz-Dammgarten (NVP). Auf dem Herbstzug wurde Dr Bräner danach 2009 nur noch in Rhade und Avensermoor (Niedersachsen) zwischen dem 08.11. und 01.12. gesichtet. Bisher erster gemeldeter Nachweis „des Schweizers“ für das Jahr 2010 stammt aus Daugnague (Frankreich). Am 13.01.2010 wurde er dort ausfindig gemacht. Mittlerweile ist auch Dr Bräner wieder in seinem Brutgebiet nahe der Vorpommerschen Boddenregion zurückgekehrt. Am 14.03.2010 konnte er hier um 10 Uhr bei seinem Frühstück beobachtet werden.

Trotz intensiver Beobachtungstätigkeit gelang den ganzen Frühsommer über kein eindeutiger Nachweis mehr, sodass wir auch keine Hinweise auf eine Brut von Dr Bärner bekommen haben. Erst in der Sammelphase im August und September 2010 gelangen den ehrenamtlichen Vogelkundlern wieder Nachweise des „Schweizers“. Leider mussten wir so feststellen, dass er zwar weiterhin verpaart ist, aber in diesem Jahr keinen Nachwuchs groß bekommen hat.

Kranich Dr Bärner mit Nachwuchs auf einem Stoppelfeld bei Hermannshagen
Dr Bärner am 11.08.2010 auf einem Stoppelfeld bei Hermannshagen (NVP). In diesem Jahr leider ohne Nachwuchs. (Foto: M. Kirchhoff)

Ende September zog es ihn aus Mecklenburg-Vorpommern nach Hanstedt (Niedersachsen). Am 03.10.2010 sah man ihn ebenfalls bei Glinstedt, nordöstlich von Bremen.

Zum 12.11.2010 gegen 15 Uhr wurde dann auch seine zwischenzeitliche Ankunft am Rastplatz Diepholzer Moorniederung registriert – 4 km südwestlich von Barnstorf.

Später erfuhren wir, dass Br Bärner bereits am 29.09 und 03.10. zwischen Hamburg und Bremen rastete und von dort aus in die Diepholzer Moorniederung (siehe Foto vom 14.11.) weiterreiste.

Kranich Dr Bärner bei Drebber
Dr Bärner am 14. November 2010 in der Diepholzer Moorniederung, Niedersachsen, bei Drebber. (Foto: M. Kirchhoff)

An Weihnachten 2010 erreichte die Laguna de Gallocanta, Aragon, Spanien und blieb hier bis zum 24.02.2011, was mit insgesamt 18 Nachweisen hervorragend dokumentiert ist.

Kranich Dr Bärner an der Laguna de Gallocanta
Sehr fotogen! Dr Bärner zeigt sich am 22.01.11 einem Fotografen an der Laguna de Gallocanta - herzlichen Dank an Manuel Estébanez für die Überlassung des schönen Bildes.

Ende Februar machte sich auch Dr Bärner wieder auf den Heimweg nach Norddeutschland. Nur ein kurzer Stopp am Lac du Der (11.03.11) und am 27.03. lieferte er sich bereits wieder zuhause einen heftigen Revierkampf mit 3! anderen Paaren. Diese vertriebt er aus seinem Revier bei Stubbendorf und am 10.04. gelingt uns so der Nachweis: auch Dr Bärner brütet wieder mit seiner Partnerin.

Das letzte Mal wurde Dr. Bärner unter traurigen Umständen am 01.06.2011 in Stubbendorf wiedergefunden. Möglicherweise ist ihm ein Fuchs zum Verhängnis geworden. Vom Verbleib seiner Partnerin ist nichts bekannt.

Die Patenschaft für Dr Bärner übernahm Familie Elvira und André Trabold aus der Schweiz. Familie Trabold finanzierte auch den Sender - herzlichen Dank.

Ein Dankeschön ebenfalls an alle Ableser (bzw. „Peiler“) von Dr Bärner: E. Hohl, M. Modrow, T. Münchberger, M. Tilsner, S. Pfingsten, S. Lange, S. Darblade, B.Ducout, H. Postels, A. & T. Nestler, X. Chauby, N. Loubeyres, H. Dirks, W. Mewes, A. Torrijo, J.A. Sanchéz, J.M. Pueyo, J. Julve, C. Gomez, D. Valentin, A. Carreño, R. Schmidt, W. & M. Napierski, J. Linnhoff, V. Blüml, B. Ducout, S. Darblade, N. Loubeyres, R. Bussiere, P. Rousseau, S. Merle.

 
   
   
Kranichschutz Deutschland
 

 

 Projektträger:

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Dokument zuletzt bearbeitet am 21.08.2014

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