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LAG Sachsen-Anhalt
Die Landesarbeitsgruppe Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt bemüht sich das Netz ehrenamtlicher Kranichfreunde, die Verschiebung der Verbreitungsgrenze, die durch unser Bundesland verläuft, so gut als möglich zu dokumentieren. Mit steigendem Engagement bemühen sich erfahrene und neue Mitstreiter sowohl den Bestand in lange besiedelten Bereichen jährlich zu erfassen als auch Neuansiedlungen in bislang nicht von Kranichen besiedelten Landesteilen zeitnah zu erfassen. Eine große Stütze sind dabei der Ornithologenverband Sachsen-Anhalt (OSA e.V.) und die Staatliche Vogelschutzwarte Steckby.

Das Foto (rechts) zeigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrestagung am Muldestausee am 05.03.2016.

© Tobias Stenzel
Aktuelles

Beringung in Sachsen-Anhalt

Seit dem Beginn der Farbberingung in Sachsen-Anhalt im Jahr 2018 konnten insgesamt 44 Kraniche mit diesen sehr leichten und gut ablesbaren Ringen geschmückt werden. Dabei handelt es sich mehrheitlich um flugunfähige Jungvögel, aber auch gehandicapte Altvögel, die nach kurzer Behandlung und Aufpäppelung wieder ausgewildert wurden, sind darunter.

Allein diese wenigen Jahre haben einen enormen Wissenszuwachs über die Reisegewohnheiten unserer Kraniche gebracht. So manches, was wir zu wissen glaubten, stellte sich als Irrtum heraus, allerlei Überraschungen hielten die Ablesedaten parat! Dies zeigt die große Bedeutung der Farbberingung für das Wissen um die eleganten grauen Vögel und damit vor allem für den Schutz der Kraniche.

© Axel Schonert

Damit geht ein herzlicher Dank an die Kranichfreunde von Kranichschutz Deutschland, die dies erst ermöglichen und an alle anhaltischen Mitstreiter, die ihre kostbare Freizeit opfern, um sich mit flinken Füßen über Stock und Stein, durch Schlamm und Sumpf zu hechten, um wieder einen Jungkranich zu fangen und zu beringen.

© Axel Schonert

Neue Beobachtungen zum Wolf

Aufgrund einer im zeitigen Frühjahr verbesserten hydrologischen Situation ist die weitbekannte Alte Elbe Bösewig, Landkreis Wittenberg, im April 2022 wieder etwas mit Wasser gefüllt. Sofort stellten sich viele Wasservogelarten ein, auch zwei Brutpaare des Kranichs wurden beobachtet. Am frühen Morgen des 17.05.2022 hatte Kranichfreund Jens Noack das große Glück, zwei Wölfe in diesem tollen Gebiet zu beobachten; einen Rüden und eine Fähe, große, stattliche Tiere. Aufmerksam wurde Jens durch laute Warnrufe des Kranichpaares im Südteil der Alten Elbe, kurz darauf kam der Wolfsrüde aus dem kleinen Schilfsaum, in dem sich das Nest befand, von heftigen Rufen der aufgeregten Altkraniche begleitet. An den Folgetagen waren die Kraniche verschwunden, das Nest ist verwaist. Wir gehen davon aus, dass das Kranichgelege von den grauen Vierbeinern geplündert wurde, der letzte Nachweis durch Fotofalle o. ä. fehlt leider. Nachdem in der Vergangenheit bereits erfolgreiche Abwehr eines Wolfes durch Kranichpaare dokumentiert werden konnte (wir berichteten im Kranichjournal 2016/17), hatten die Vögel in diesem Fall das Nachsehen.

© Jens Noack

Das Jahr 2016 war für die LAG Sachsen-Anhalt ein ganz Besonderes. Unter großer Unterstützung, insbesondere der Staatlichen Vogelschutzwarte, wurde eine landesweite Erfassung der Brutplätze des Kranichs durchgeführt. Zufallsbeobachtungen wiesen bereits seit langem die Ausbreitungstendenzen der Art innerhalb der Landesfläche nach. Nun soll dies mit harten, methodisch erhobenen Fakten untermauert werden.

Mit Stand 30.08.2016 wurden insgesamt 169 Messtischblatt (MTB, TK 25) der Landesfläche Sachsen-Anhalts mit etwa 200 MTB bearbeitet. Mindestens 130 Bearbeiter sind dazu während der Saison im Freiland unterwegs gewesen. Diese Zahl kann sich aufgrund der individuellen Vergabe in manchen Landkreisen noch nach oben verschieben.

© Björn Schäfer
Dokumente
Interessantes

09.02.2021

Welche ungeahnten Probleme wildlebende Vögel, auch Kraniche, haben können, erlebten engagierte Kranichfreunde bei Bitterfeld am 09. Februar 2021. Ein Vogel konnte bei strengem Frost frühmorgens nicht mehr am Schlafplatz starten. Ursache der Flugunfähigkeit des Altvogels war ein großer Eisbrockens an den Schmuckfedern. Aufgrund der Witterung Anfang Februar mit Tauwetter und starken Nachtfrösten bildete sich ein Eisbrocken von sage und schreibe fast einem Kilogramm Gewicht, was den Vogel am Start hinderte.



© Frank Koch

Der Kranich wurde in der Nähe des Schlafplatzes gefangen, vom Eis befreit, eine Nacht mit Ruhe und Futter in einer frostfreien Unterkunft beherbergt und am Folgetag bei gutem Gesamteindruck wieder an der Fangstelle freigelassen – er flog wieder! Der Vogel wurde beringt und bekam den Namen Heidrun nach der aufmerksamen Beobachterin. Wir wünschen Heidrun auf ihrem Weg alles Gute und freuen uns auf ein Wiedersehen!

 



© Frank Koch

24.08.2015

Für die rastenden Kraniche auf den Elbwiesen sind Mäuse eine wichtige Nahrungsquelle.

© Axel Schonert
Kontakt

 

Jana & Axel Schonert

Landeskoordination LAG Kranichschutz Sachsen-Anhalt

kranich-lsa@web.de

© Kranichschutz Deutschland 2017-2020

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